Country auf der Gitarre
Country bedeutet offene Dur-Akkorde, einen federnden Boom-Chick-Rhythmus, bei dem sich Bass und Akkord abwechseln, und helle Soli mit Bendings. Unten findest du Akkorde, Skala, Techniken und ein Riff zum Anhören und Üben.
1920er90–160 BPMBoom-ChickG–C–D
Was ist Country
Country entstand in den 1920ern im Süden der USA aus Volksliedern, Blues und Gospel. Anfangs spielte man ihn auf Akustikgitarren, Banjos und Fiedeln, später kam die E-Gitarre mit ihrem hellen, schnalzenden Klang dazu.
Der wichtigste Rhythmus ist Boom-Chick: ein Basston auf der schweren und der Akkord auf der leichten Zählzeit, der Bass wechselt zwischen Grundton und Quinte. Zwischen den Akkorden läuft der Bass stufenweise, und Soli bauen auf der Dur-Pentatonik mit Bendings auf, die die Pedal-Steel-Gitarre nachahmen.
Typische Akkorde
Grundlage sind die offenen Dur-Akkorde G, C und D: die Stufen I, IV und V in G-Dur. Damit lassen sich unzählige Songs spielen. G, C, D, G ist die häufigste Folge im Genre.
Skala fürs Solo
Soli nutzen die Dur-Pentatonik, die hell und ländlich klingt. Unten siehst du sie ab dem 3. Bund, dort wird auch das Solo auf dieser Seite gespielt.
Techniken
Boom-Chick
Auf eins und drei ein einzelner Basston, auf zwei und vier der Akkord auf den hohen Saiten. Der Bass wechselt: bei G das G auf der sechsten und das D auf der vierten Saite. Das Riff unten ist so gebaut.
Basslauf
Vor einem Akkordwechsel läuft der Bass stufenweise: von G über A und H zu C. Der Lauf verbindet die Akkorde zu einer Linie. Tippe auf G und stell dir vor, wie der Bass zu C läuft.
Pedal-Steel-Bending
Ein Ton auf der dritten Saite wird einen Ganzton gezogen, während der Nachbarton auf der zweiten Saite stehen bleibt. Zusammen erinnern sie an eine Pedal-Steel-Gitarre. Tippe auf das Beispiel, um das Bending zu hören.
Riff im Stil des Genres
G-Takt: Bass G, Akkord, Bass D, dann der Lauf A – H zum C-Akkord. C-Takt: Bass C, Akkord, Bass G, Akkord. Spiel den Bass mit dem Daumen oder Plektrum und den Akkord mit einem kurzen Anschlag.
Solo im Country-Stil
Ein doppeltes Bending im Pedal-Steel-Stil, ein paar kurze, schnalzende Töne und ein Abstieg durch die Dur-Pentatonik zum G mit Vibrato.
Das Riff öffnet sich als Entwurf: Ändere Noten, Tempo und Spuren nach Belieben.
In Riffonic öffnenHörtipps
Hör dir diese Songs an und achte auf das, was jeweils daneben beschrieben ist.
- Johnny Cash – „Folsom Prison Blues“. Ein Boom-Chicka-Rhythmus: Bass und Akkord wechseln sich so gleichmäßig ab, dass es wie die Räder eines Zuges klingt.
- Dolly Parton – „Jolene“. Ein schnelles Zupfmuster, das sich fast durch den ganzen Song zieht und ihn trägt.
- Chet Atkins – „Mister Sandman“. Fingerstyle: Der Daumen spielt den Bass, die übrigen Finger gleichzeitig Melodie und Akkorde.
Alle Riffs und Soli auf dieser Seite sind eigene Übungen im Stil des Genres, keine Noten fremder Songs.
Häufige Fragen
Welche Akkorde braucht man für Country?
Für den Anfang G, C, D und Em. Viele Country-Songs beruhen auf drei Dur-Akkorden einer Tonart, manchmal mit Kapodaster, um die Tonart an die Stimme anzupassen.
Was ist Boom-Chick?
Eine Begleitung, bei der sich ein Basston auf der schweren Zählzeit mit dem Akkord auf der leichten abwechselt. Der Bass wechselt dabei zwischen Grundton und Quinte des Akkords.
Auf welcher Gitarre spielt man Country?
Auf Akustik- und E-Gitarre. Rhythmus spielt man häufiger akustisch, helle Soli auf einer clean gespielten E-Gitarre. Alle Beispiele hier passen für beide.