Punk auf der Gitarre
Punk bedeutet drei oder vier Akkorde, einen schnellen, gleichmäßigen Rhythmus und maximale Energie. Unten findest du Akkorde, Skala, Techniken und ein Riff, das du anhören, verlangsamen und üben kannst.
1970er150–200 BPMPowerchordsAbschläge
Was ist Punk
Punk entstand Mitte der 1970er in New York und London als Antwort auf lange, komplexe Rockstücke. Kurze Songs, einfache Akkorde und das Do-it-yourself-Prinzip: Man kann eine Band gründen und spielen, ohne Virtuose zu sein.
Im Punk ist die Gitarre vor allem Rhythmus: Powerchords in Achteln mit Abschlägen bei hohem Tempo, manchmal abgedämpft. Soli sind selten und kurz, Melodien werden oft in Oktaven über den Akkorden gespielt.
Typische Akkorde
Fast die ganze Harmonik besteht aus Powerchords auf der sechsten, fünften und vierten Saite. Eine typische Folge ist E5, A5, D5, A5: die Stufen I, IV und ♭VII. Die Form bleibt gleich, nur Saite und Bund ändern sich, deshalb gehen die Wechsel schnell.
Skala fürs Solo
Für Melodien und seltene Soli reicht die E-Moll-Pentatonik. Unten siehst du sie am Sattel. Auch die Oktav-Melodie auf dieser Seite nutzt ihre Töne.
Techniken
Nur Abschläge
Achtel werden nur mit Abschlägen gespielt – der Klang ist dichter und aggressiver als mit Wechselschlag. Bei hohem Tempo braucht das Ausdauer: Halte das Handgelenk locker und fang langsam an.
Powerchords verschieben
Dieselbe Form wandert über den Hals – von der sechsten Saite zur fünften und zurück. Je weniger sich die Finger bewegen, desto schneller und sauberer der Wechsel. Tippe auf das Beispiel, um die Verschiebung zu hören.
Oktaven
Ein Ton auf der fünften Saite und derselbe Ton zwei Bünde höher auf der dritten. Die mittlere Saite dämpft der Finger ab, der darauf liegt. Oktaven klingen kräftig und setzen sich gut gegen die Akkorde durch.
Riff im Stil des Genres
Acht Abschläge auf einem gedämpften E5, dann offene A5, D5 und A5. Bei 170 BPM ist das schnell, also beginne mit 60 % und steigere, sobald alle Schläge gleich klingen.
Die Beispiele klingen clean. Auf Aufnahmen des Genres ist die Gitarre meist verzerrt – füge Verzerrung an deinem Verstärker oder Pedal hinzu.
Melodie im Punk-Stil
Eine einfache Melodie in Oktaven: E, G, A und zurück. Halte die Oktavform fest und bewege die ganze Hand über den Hals.
Das Riff öffnet sich als Entwurf: Ändere Noten, Tempo und Spuren nach Belieben.
In Riffonic öffnenHörtipps
Hör dir diese Songs an und achte auf das, was jeweils daneben beschrieben ist.
- Ramones – „Blitzkrieg Bop“. Schnelle Powerchords, nur mit Abschlägen gespielt – die Formel des Punk-Rhythmus.
- Sex Pistols – „Anarchy in the U.K.“. Ein roher, drängender Sound und einfache Akkorde: Energie zählt hier mehr als Präzision.
- The Clash – „London Calling“. Mittleres Tempo und zackige Akkorde: Punk muss nicht schnell sein.
Alle Riffs und Soli auf dieser Seite sind eigene Übungen im Stil des Genres, keine Noten fremder Songs.
Häufige Fragen
Wie viele Akkorde braucht man für Punk?
Für den Anfang reichen drei oder vier Powerchords: E5, A5, D5 und G5. Viele klassische Punksongs beruhen auf so einem Satz.
Warum spielt man im Punk nur Abschläge?
Abschläge klingen dichter und gleichmäßiger, besonders mit Verzerrung. Wechselschlag kommt auch vor, aber der typische Punk-Sound entsteht durch ab-ab-ab.
Welches Tempo hat Punk?
Meist 150–200 Schläge pro Minute, manchmal schneller. Lerne das Riff langsam mit Metronom: Auf dieser Seite kannst du das Beispiel auf 60 und 80 % verlangsamen.