Lo-Fi auf der Gitarre
Lo-Fi ist ruhige Musik zum Lernen und Entspannen: weiche Jazz-Akkorde, ein fauler Beat und ein warmer Klang, als wäre er auf eine alte Kassette aufgenommen. Unten findest du Akkorde, Skala, Techniken, ein Muster und eine Melodie zum Anhören und Verlangsamen.
2010er70–90 BPMAm7–Dm7–Em7–Cmaj7Swing
Was ist Lo-Fi
Lo-Fi als Musikstil entstand in den 2010ern: Produzenten bauten ruhige Beats aus Jazz-Akkorden, Plattenknistern und faulen Drums, und Hörer ließen sie stundenlang im Hintergrund laufen. Die Gitarre klingt leise, weich und etwas "nachlässig".
Ein Lo-Fi-Gitarrist spielt Sept- und Maj7-Akkorde, oft mit den Fingern, und zerlegt sie in faulem Swing, etwas hinter dem Beat. Die Melodien sind kurz und einfach, mit Slides und leichtem Vibrato. Alles wird leise gespielt: Der Stil lebt von Stimmung, nicht von Lautstärke.
Typische Akkorde
Am7, Dm7, Em7, Cmaj7 (vi7, ii7, iii7, Imaj7 in C-Dur) ist eine Kette weicher Septakkorde ohne harte Wendungen. Man greift sie auf den vier mittleren Saiten, damit der Klang warm und kompakt bleibt.
Skala fürs Solo
Für Melodien passt die a-Moll-Pentatonik, also dieselbe Tonfolge wie die C-Dur-Pentatonik. Die Melodie auf dieser Seite wird in der 5. Lage gespielt und endet auf der großen Septime H über Cmaj7.
Techniken
Jazz-Akkorde
Septakkorde statt einfacher Dreiklänge: Am7 fügt zu A, C und E das G hinzu. Der Akkord klingt weich und etwas verträumt. Tippe auf Am7, um ihn zu hören.
Fauler Swing
Ein Akkord auf eins, dann seine Töne einzeln auf Swing-Achteln, etwas später als erwartet. Das Muster scheint zu faulenzen, und genau das ist Lo-Fi. Hör dir das Muster unten an.
Weicher Anschlag
Spiel mit den Fingern oder ganz sanft mit Plektrum, leise, fast ohne Attack. Nimm am Verstärker Höhen raus und füg etwas Chorus oder Hall hinzu, damit der Klang warm wird.
Lo-Fi-Picking
Ein weicher Akkord auf eins und drei seiner Töne einzeln auf Swing-Achteln. Der Bass geht ruhig über die Grundtöne, das Schlagzeug spielt einen faulen Beat mit Bassdrum und Snare. Spiel leise und lass dir Zeit.
Lo-Fi-Melodie
Kurze Phrasen in der 5. Lage mit Pausen: A mit Vibrato, C und H über Am7, F und G über Dm7, hinunter zu E über Em7, ein Slide zu G und zum Schluss ein langes H, die große Septime über Cmaj7.
Bassstimme
Auf der Eins liegt ein langer Grundton, am Taktende nähert sich der Bass sanft dem nächsten Akkord. Im letzten Takt steigt er im Halbton zum A und die Schleife schließt sich. Leise und leicht hinter dem Beat spielen.
Die Gitarre spielt leise die Akkorde des Genres: Schalte sie mit "Gitarre" aus, um den Bass allein zu hören. Bass-Übungen im Trainer →
Das Riff öffnet sich als Entwurf: Ändere Noten, Tempo und Spuren nach Belieben.
In Riffonic öffnenHörtipps
Hör dir diese Songs an und achte auf das, was jeweils daneben beschrieben ist.
- Mac DeMarco – „My Kind of Woman“. Eine faule Gitarre mit Chorus, Jazz-Akkorde und ein warmer "Schlafzimmer"-Aufnahmeklang.
- Men I Trust – „Show Me How“. Eine weiche, fast flüsternde Gitarre, ein langsamer Groove und eine ruhige Melodie.
- Tom Misch – „South of the River“. Jazz-Akkorde und eine leichte Gitarrenstimme über einem entspannten Beat.
Alle Riffs und Soli auf dieser Seite sind eigene Übungen im Stil des Genres, keine Noten fremder Songs.
Häufige Fragen
Was ist Lo-Fi?
Wörtlich "Low Fidelity", also Aufnahmen in geringer Qualität: ein warmer, leicht knisternder Klang. Heute bezeichnet es ruhige Musik mit Jazz-Akkorden und faulem Beat für den Hintergrund.
Welche Akkorde brauche ich für Lo-Fi?
Septakkorde: m7, maj7, 7 und später Nonenakkorde. Fang mit Am7, Dm7, Em7, Cmaj7 von dieser Seite an: Zusammen klingen sie sehr weich.
Wie bekomme ich den Lo-Fi-Klang?
Spiel leise und sanft, nimm Höhen raus, füg Chorus und Hall hinzu. In Aufnahmen kommen oft Plattenrauschen und eine leicht "eiernde" Tonhöhe wie bei einer Kassette dazu.