Rockabilly auf der Gitarre
Rockabilly ist früher Rock and Roll mit Country-Einschlag: ein schneller Shuffle, eine Gitarre, die zugleich Bass und Rhythmus ist, und ein kurzes, helles Echo. Unten findest du Akkorde, Skala, Techniken, ein Riff und ein Solo zum Anhören und Verlangsamen.
1950er150–200 BPME–A–B7Shuffle
Was ist Rockabilly
Rockabilly entstand Mitte der 1950er im Süden der USA: Junge Musiker mischten Country mit Rhythm and Blues. Elvis Presleys erste Aufnahmen bei Sun klangen genau so: Gitarre, geschlagener Kontrabass und fast kein Schlagzeug. In den 1980ern erlebte der Stil ein Comeback.
Ein Rockabilly-Gitarrist wechselt Basston und kurzen Akkord ab, oft mit Plektrum und Fingern zugleich. Im Solo liebt er Doppelgriffe mit Slide, den Hammer-on von der kleinen zur großen Terz und Leersaiten. Der Klang ist clean, mit kurzem Slapback-Echo.
Typische Akkorde
E, A, B7 (I, IV, V7) ist die Rock-and-Roll-Folge, auf der fast aller Rockabilly steht. B7 zieht zurück zu E. Im Rhythmus schlägt man vom Akkord nur die oberen drei Saiten an, der Bass kommt extra auf den dicken Saiten.
Skala fürs Solo
Für Soli passt E-Mixolydisch: Dur mit kleiner Septime D. Dazu kommt ein "bluesiges" G, das sofort per Hammer-on zum Gis geht: der Kernklang des Rockabilly.
Techniken
Bum-Tschick
Auf der Zählzeit ein abgedämpfter Basston, auf dem Offbeat ein kurzer Akkord auf den oberen drei Saiten. Grundton und Quinte wechseln sich ab. Eine Gitarre klingt wie Bass und Rhythmus zugleich. Hör dir das Riff unten an.
Doppelgriffe
Zwei benachbarte Saiten im selben Bund, ein Slide von unten hinein und schnelle Wiederholungen. Über B7 nimmt man die Akkordtöne ebenfalls paarweise. Tippe auf B7, um den Akkord zu hören.
Slapback
Ein kurzes Echo mit einer einzigen Wiederholung nach etwa einer Zehntelsekunde. Es gibt Rockabilly den "klatschenden" Klang der frühen Platten. Die Beispiele sind trocken; stell an deinem Verstärker ein kurzes Delay mit einer Wiederholung ein.
Rockabilly-Riff
Shuffle, ein Akkord pro Takt: Basston auf der Zählzeit, Akkord auf der letzten Triole. Grundton und Quinte wechseln, der Kontrabass läuft in Vierteln. Fang mit 60% an und halte die Basstöne gedämpft.
Rockabilly-Solo
E-und-Gis-Doppelgriffe rutschen hinein und wiederholen sich, dann ein Hammer-on G-Gis auf der Leersaite, eine Phrase über A und über B7 und zurück zum E mit Vibrato. Spiel es leicht und mit Druck.
Bassstimme
Viertel über Grundton, Terz, Quinte und Sexte, auf B7 klingt statt der Sexte die Septime. Im Rockabilly spielt man das auf einem geslappten Kontrabass, darum jede Note kurz und klar.
Die Gitarre spielt leise die Akkorde des Genres: Schalte sie mit "Gitarre" aus, um den Bass allein zu hören. Bass-Übungen im Trainer →
Das Riff öffnet sich als Entwurf: Ändere Noten, Tempo und Spuren nach Belieben.
In Riffonic öffnenHörtipps
Hör dir diese Songs an und achte auf das, was jeweils daneben beschrieben ist.
- Elvis Presley – „That’s All Right“. Die Gitarre trägt Bass und Rhythmus zugleich, darüber leichte Phrasen: das Vorbild des frühen Rockabilly.
- Carl Perkins – „Blue Suede Shoes“. Schneller Shuffle, Doppelgriffe und kurze, helle Soli.
- Stray Cats – „Rock This Town“. Rockabilly der 80er: Slapback, Kontrabass und schnelle, virtuose Phrasen auf einer Hollowbody-Gitarre.
Alle Riffs und Soli auf dieser Seite sind eigene Übungen im Stil des Genres, keine Noten fremder Songs.
Häufige Fragen
Was unterscheidet Rockabilly von Rock and Roll?
Rockabilly steht Country näher: leichter, oft mit Kontrabass und kaum Schlagzeug, die Gitarre spielt Bum-Tschick. Rock and Roll ist dichter, mit Klavier, Saxofon und kräftigem Backbeat.
Brauche ich Slapback?
Für den Klang der Zeit ja: Es ist ein kurzes Echo mit einer Wiederholung. Man kann ohne spielen, aber damit klingt Rockabilly sofort nach den Platten der 50er.
Welche Gitarre nimmt man für Rockabilly?
Klassisch eine Hollowbody oder eine Gitarre mit Single-Coils und cleanem Klang. Die Techniken klingen aber auf jeder E-Gitarre gut.